Geschrieben am Donnerstag, 1. Dezember 2011 von Steffen Pohlmann
Kategorie: Allgemein
Konfirmanden sammeln für „Brot für die Welt“ an den Friedrichsdorfer Haustüren. Projekt unterstützt ausgebeutete Frauen in Vietnam

Bereits zum 17. Mal haben Friedrichsdorfer Konfirmanden zusammen mit dem Jugendreferenten der Evangelischen Kirche im Hochtaunus Steffen Pohlmann und dem Friedrichsdorfer Pfarrer Wolfgang Daum für Projekte der evangelischen Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ gesammelt. Ob im Supermarkt oder auf dem Houiller- Platz – jedes Jahr kommen einige Tausend Euro zusammen.
Dies wird ihnen bestimmt auch 2011 während der Adventszeit gelingen. Gesammelt wird am 3.12. auf dem Landgrafenplatz in Friedrichsdorf. Ab dem 6. Dezember sind die Konfirmandinnen und Konfirmanden auch in den anderen Friedrichsdorfer Stadtteilen im Rahmen einer Haussammlung von Tür zu Tür unterwegs.
Die Spenden kommen diesmal dem Projekt „Frauen sind keine Ware“ in Vietnam zugute. In der Hoffnung, der Armut zu entfliehen, vertrauen viele junge Frauen in Vietnam ihr Schicksal geldgierigen Menschenhändlern an. Diese verkaufen sie als Prostituierte oder gefügige Ehefrauen ins Ausland. Mit Unterstützung von „Brot für die Welt“ hilft die Frauenunion von Soc Trang Betroffenen und betreibt Aufklärung.
Frauenhandel ist in der südvietnamesischen Provinz Soc Trang ein großes Problem. Obwohl die Gegend fruchtbar ist, leben viele Menschen am Existenzminimum. Besonders gilt dies für die ethnische Minderheit der Khmer. Sie besitzen meist kein Land und müssen sich daher als Tagelöhner in der Landwirtschaft verdingen. Außerdem können viele Frauen weder lesen noch schreiben. Menschenhändler nutzen ihre Naivität gnadenlos aus. „Es sind jedoch nicht immer Fremde, die diese Frauen verkaufen”, erklärt die Projektleiterin Nguyen Thi Kim Huong. „Oft sind es auch Verwandte, manchmal sogar die Mütter.“
Die von „Brot für die Welt“ unterstützte Frauenunion von Soc Trang hilft den Opfern, wieder ein normales Leben zu führen. Und sie setzt alles daran, den Frauenhandel zu verhindern. Daher finanziert sie zum Beispiel Einkommen schaffende Maßnahmen für Schulabbrecherinnen. Diese lernen unter anderem Körbe zu flechten und künstliche Wimpern für die Kosmetikindustrie herzustellen. Die Maßnahmen helfen, die wirtschaftliche Situation der jungen Frauen zu verbessern – damit sie weniger anfällig für die falschen Versprechungen der Menschenhändler sind. Vor allem aber betreibt die Organisation Aufklärung: Ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen gehen immer wieder in Schulen und zu Dorfversammlungen, veranstalten Rollenspiele und zeigen Filme. Damit auch der (und die) Letzte begreift: Frauen sind keine Ware!






